Katharina Thalbach

… wurde in Berlin als Tochter der Schauspielerin Sabine Thalbach und des Regisseurs Benno Besson geboren; ihre Bühnenlaufbahn, die sie im Alter von 13 Jahren als Meisterschülerin von Helene Weigel am Berliner Ensemble begann und die schon bald einen sehr erfolgreichen Verlauf nahm (u. a. mit einer viel beachteten Darstellung der Polly in "Die Dreigroschenoper" am Berliner Ensemble), führte sie Anfang der 70er-Jahre an die Berliner Volksbühne, ab 1976 – nach ihrer Ausreise aus der DDR – u. a. an das Schiller Theater Berlin, die Städtischen Bühnen Köln, das Schauspielhaus Zürich und an das Théâtre de Chaillot, Paris (als Mutter Courage, Regie: Jérôme Savary).
Einem breiten Publikum wurde sie schon früh durch ihre Mitwirkung in namhaften Filmproduktionen (u. a. "Lotte in Weimar", "Die Blechtrommel", "Engel aus Eisen" und "Domino") bekannt.
Ihr Regiedebüt gab sie 1987 mit Shakespeares "Macbeth" in der Werkstatt des Schiller Theaters; viele Regiearbeiten folgten seitdem (u. a. am Thalia Theater Hamburg "Mann ist Mann" und "Die Dreigroschenoper", am Berliner Schiller Theater u. a. "Minna von Barnhelm", "Romeo und Julia" und "Wie es euch gefällt", am Maxim Gorki Theater Berlin u.a. "Der Hauptmann von Köpenick", "Don Juan" und „Romeo und Julia“, an der Deutschen Oper Berlin "Das schlaue Füchslein" von Leoš Janáček, an der Oper Köln "Salome" von Richard Strauss).
Mit Regisseur Uwe Eric Laufenberg arbeitete sie am Maxim Gorki Theater Berlin zusammen und stand dort u. a. als Frau John in Gerhart Hauptmanns "Die Ratten" und als Shen Te/ Shui Ta in Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" auf der Bühne. 2006 war Katharina Thalbach in der Titelrolle von Theodor Fontanes "Frau Jenny Treibel" in einer Aufführung des Hans Otto Theaters Potsdam zu sehen.
Seit 2008 ist sie regelmäßig mit Andreja Schneider in "Zwei auf einer Bank" zu erleben.

Neben ihren vielen Theaterrollen ist Katharina Thalbach auch regelmäßig in Fernsehproduktionen und auf der Leinwand zu sehen. Dem Kinopublikum ist sie vor allem bekannt aus Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel", "Sonnenallee" von Leander Haußmann, Detlev Bucks "Hände weg von Mississippi" oder "Du bist nicht allein" von Bernd Böhlich. Auf dem Bildschirm war sie in "Der Hauptmann von Köpenick" (Regie: Frank Beyer), der "Pommery"-Reihe von Manfred Stelzer (2002, 2004, 2005), "Die Manns – ein Jahrhundertroman" von Heinrich Breloer sowie in Jo Baiers hochgelobter Verfilmung der Kindheitserinnerungen von Michael Degen, "Nicht alle waren Mörder", zu sehen. 2011 spielte sie im Doku-Drama "Friedrich
– Ein deutscher König" den legendären Preußen-König Friedrich II. und in der Politsatire "Der Minister" über die Guttenberg-Plagiatsaffäre, stellt sie die Bundeskanzlerin dar, eine Rolle, für die sie 2013 den Deutschen Fernsehpreis der Fernsehakademie als beste Nebendarstellerin erhielt.

Katharina Thalbach wurde in ihrer Laufbahn mehrfach ausgezeichnet. 1980 wählte sie das Fachmagazin "Theater heute" zur Schauspielerin des Jahres. 1987 erhielt sie für ihre Rolle in Doris Dörries Kinofilm "Paradies" den Deutschen Filmpreis als beste Darstellerin. 1991 kam der Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste Berlin hinzu, 1997 der Adolf-Grimme-Preis für den Fernsehfilm "Gefährliche Freundin". Weitere Auszeichnungen, mit denen ihre Leistung geehrt wurde, sind der Bayerische Filmpreis 2006 für "Strajk" sowie der Verdienstorden des Landes Berlin.
Katharina Thalbach ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und seit 1995 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und Berlin.
Für „Hanni & Nanni 2“ wurde sie 2012 mit dem Goldenen Spatz als beste Schauspielerin ausgezeichnet.
2014 erhielt Katharina Thalbach den Sonderpreis des deutschen Hörbuchpreises für ihr Lebenswerk.
Vor kurzem überzeugte sie als Filialleiterin in "Die Schlikkerfrauen".

Zu ihren letzten Inszenierungen gehörten Bertolt Brechts "Im Dickicht der Städte" am Berliner Ensemble (Oktober 2010), Johann Strauss´ "Die
Fledermaus" am Theater Erfurt (2010) und am Teatro Nacional de São Carlos in Lissabon (2010), Edmond Rostands "Cyrano de Bergerac" am Schauspielhaus Bochum (Januar 2011), "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" an der Oper Köln (März 2011) sowie "Was ihr wollt" (2012) und "Amphitryon" (2014) im Berliner Ensemble.
In der Komödie am Kurfürstendamm inszenierte und spielte Katharina Thalbach bereits in "Ernst – und seine tiefere Bedeutung", "Wie es euch gefällt", "Der Raub der Sabinerinnen". Anfang 2014 stand sie mit ihrer Tochter Anna und ihrer Enkelin Nellie unter Regie ihres Halbbruders Philippe Besson in dem Erfolgsstück "Roter Hahn im Biberpelz" erneut auf der Bühne der Komödie am Kurfürstendamm.

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