Walfriede Schmitt

„Ich gehe ein sehr persönliches Verhältnis mit meinen Rollen ein und führe sie von innen“, verriet die Schauspielerin vor einiger Zeit in einem ddp-Interview. Schmitt wuchs in einer Theaterfamilie auf, spielte in Parchim, Halle, Meiningen und am Deutschen Theater Berlin. Über 20 Jahre gehörte sie zum Ensemble der Berliner Volksbühne. In den 70er Jahren arbeitete sie dort unter Benno Besson: „Die Zeit unter Besson war das Leben wert“, findet sie. Schmitt arbeitete ebenfalls mit Regisseuren wie Karge/Langhoff, Heiner Müller, Fritz Marquardt, Castorf, Schlingensief und Kresnik. Für die Rolle „Meine Person“ in „Die Legende vom Glück ohne Ende“ im Theater Schwedt sowie für ihre Darstellung der Blacaman in „Der Falschspieler“ wurde sie jeweils mit einem Darstellerpreis ausgezeichnet.

Parallel zu ihrem Theaterengagement stand sie auch immer wieder vor der Kamera und drehte Filme wie „Bahnwärter Thiel“, „Die Beunruhigung“ und „Coming Out“.

In Bodo Fürneisens Psychodrama „Scheusal“ spielte sie eine von vier miteinander verfeindeten Schwestern und wurde dafür 1991 gemeinsam mit ihren Kolleginnen mit dem Goldenen Gong ausgezeichnet.

Zehn Jahre lang – von 1994 bis 2004 – verkörperte sie die Oberschwester Klara in der TV-Serie „Für alle Fälle Stefanie“ und erreichte damit Kultstatus. Fernsehzuschauer kennen sie auch aus erfolgreichen Krimiserien wie „Polizeiruf 110“, „Tatort“ und „Der letzte Zeuge“. Bei dem Regisseur Christian Frosch spielte sie erfolgreich in zwei Österreichischen Filmproduktionen „Die Totale Therapie“ und „Weiße Lilien“. Außerdem arbeitete sie als Dozentin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ sowie in den USA und Kanada.

Mit dem Posaunisten Conrad Bauer, der Sängerin Ruth Homann und Ulrich Gumpert am Piano tritt sie mit dem Stück „Love & Blues“ auf, das dem Thema Liebe gewidmet ist. Gemeinsam mit Bauer nahm sie auch das Hörbuch „Alice im Wunderland“ auf.

Walfriede Schmitt war 1989 maßgeblich an der Gründung des Unabhängigen Frauenverbandes der DDR beteiligt. 2003 wurde sie für ihren Einsatz gegen Krieg und Gewalt mit dem Berliner Frauenpreis geehrt.

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